Norwegens Fjorde

Norwegens Fjorde sind ohne Zweifel eine Reise wert. Vier Fjorde sind besonders berühmt: der raue Lysefjord im Süden, der eher liebliche Hardangerfjord, der tiefe Sognefjord mit seinen Armen sowie der kleine, aber sehr spektakuläre Geirangerfjord. Bei Autoreisen sind die Fährhäfen Stavanger und Bergen ideal, um die Fahrt durch Fjordnorwegen zu beginnen.

Schiff in Fjord

Fahrt durch den dramatischen Lysefjord mit seinen steilen Felswänden. Foto: © Ralf Schröder

Lysefjord

Von Stavanger aus erreicht man den südlichsten der vier berühmten Fjorde aus ganz schnell. Am Lysefjord führt keine Straße entlang, man kann ihn nur zu Fuß oder mit der lokalen Fähre entdecken. Der Preikestolen erhebt sich rund 604 Meter über dem Fjord, ein Felsplateau, von dem aus es nahezu lotrecht hinab geht zum Lysefjord. Ganz Mutige legen sich auf den Bauch und schauen über den Rand des Felsens hinab. Knapp drei Stunden pro Weg muss man von der Preikestolhütte für die Wanderung einplanen. Wer den Lysefjord auf weniger sportliche Weise entdecken möchte, fährt mit der lokalen Fähre von Forsand nach Lysebotn ans Fjordende.

Hardangerfjord

Der Hardangerfjord wirkt viel lieblicher. Das liegt vor allen an den vielen Obstbäumen, die im Frühjahr an seinen sonnigen Ufern blühen. Am Sørfjord, einem Arm des Hardangerfjords, reifen Äpfel und Kirschen. Auf einer Norwegen Autoreise sollte man hier unbedingt einen Stopp einlegen und das örtliche Obst kosten. Die Hansestadt Bergen liegt nicht weit vom Hardangerfjord entfernt, hier kommen die Fähren der Reederei Fjord Line an.

Abendstimmung in der Hansestadt Bergen mit dem Hanseviertel direkt am Hafen. Foto: © Ralf Schröder

Sognefjord

Der Sognefjord ist mit über 200 Kilometer Länge der größte Fjord Norwegens. Zwei seiner vielen Arme wurden zum UNESCO Welterbe ernannt: der Nærøyfjord und der Aurlandsfjord. Wer in Aurland mit dem Auto die alte Straße nach Lærdal mit ihren engen Spitzkehren hinauf fährt, wird mit dem unglaublichen Aussichtspunkt „Stegastein“ belohnt: Er liegt in 650 Metern Höhe über dem Fjord, eine aus Holz gebaute Rampe ragt 30 Meter über den Abgrund hinaus! Wandern muss man nicht, um diese Aussicht zu genießen.

Geirangerfjord

Weltbekannt ist der Geirangerfjord, obwohl er nur ein kleiner Nebenarm des Storfjords ist. Wie am Lysefjord gibt es keine Straßen entlang des Geirangerfjords. Nur die kleine Ortschaft Geiranger ist über zwei Straßen mit der Außenwelt verbunden: die Adlerstraße bietet ebenso großartige Aussichten auf den Fjord wie der 1500 Meter hohe Berg Dalsnibba. Von dort oben sehen die Kreuzfahrtschiffe im Fjord wie Spielzeug aus.

Am Sognefjord bei Vangsnes mit Blick auf den Gletscher Jostedalsbreen. Foto: © Ralf Schröder

Für eine Autoreise Norwegen durch die Fjordregion benötigt man mindestens eine Woche Zeit, besser sind zehn Tage bis zwei Wochen für solch eine Rundreise. Hotels sollte man in der Saison besser über einen Reiseveranstalter vorbuchen. Meist sind die Pauschalreisen günstiger als wenn man vor Ort selbst bucht. Dies gilt besonders für Orte wie Geiranger, die viele Touristen aus aller Welt anziehen.

Reisetipp: Das Westkap ist längst nicht so berühmt wie das Nordkap. Aber es ist ähnlich spektakulär! 496 Meter über dem Meer liegt das Westkap auf der Halbinsel Stadlandet und gibt den Blick frei auf die Wetterküche des Nordatlantiks. Aber Obacht: Oft fliegen die Wolken tief und plötzlich steht man zwar nicht im Nebel, aber mitten in einer Wolke. Da es auf dem Westkap meist sehr windig ist, ist die Wolke auch schnell wieder weg. Und dann ist er wieder da, der großartige Ausblick entlang der Küste!